Berufsfachschüler der Max-Weber-Schule erkunden praxisnah den Einsatz von Künstlicher Intelligenz
Einen besonderen Schultag erlebte die Klasse BFW2.1 (2. Jahr der Berufsfachschule Wirtschaft, Ziel: Mittlere Reife) am Dienstag, den 4. November 2025. Unter dem Motto „KI als Lernhilfe und Unterstützung“ erhielten die Schülerinnen und Schüler spannende Einblicke in die Welt der Künstlichen Intelligenz (KI).
Matthias Henrici, selbstständiger Unternehmensberater mit langjähriger Berufserfahrung und ausgewiesener Expertise im Bereich KI, leitete den Workshop. Organisiert wurde die Veranstaltung von Klassen- und Deutschlehrerin Ilke Schräder-Moll sowie Profilfach-Lehrerin Jeannette Kountz-Reiter, die sich gemeinsam mit großem Engagement für die Umsetzung des Projekttages einsetzten.

Ziel der Einheit war es, den verantwortungsvollen und effizienten Umgang mit ChatGPT und ähnlichen Sprachmodellen zu erlernen. „ChatGPT und andere KI-Systeme sind gekommen, um zu bleiben und werden auch in der Arbeitswelt zunehmend wichtiger“, so Henrici. Viele Schülerinnen und Schüler nutzen die Technologie bereits zur Unterstützung bei Hausaufgaben – nun sollten sie erfahren, wie man KI sinnvoll und gezielt zum Lernen einsetzen kann.
Zu Beginn gab Henrici theoretische Einblicke in die Anwendung von KI in der Wirtschaft – etwa bei der Korrektur von E-Mails, Übersetzungen, automatischen Datenanalysen, Social-Media-Marketing oder der Ideenentwicklung. Anschließend folgten praktische Aufgaben, bei denen die Klasse die Fähigkeiten der ChatGPT-Plus-Version testete.
So sollten die Schülerinnen und Schüler beispielsweise ChatGPT anweisen, ein Bild eines Menschen zu erzeugen, der linkshändig einen Brief schreibt, oder eine Uhr mit der Uhrzeit 7:38 Uhr darzustellen – Aufgaben, an denen die Systeme noch scheitern. Henrici nutzte dies, um den sogenannten KI-Bias zu erklären – also die Ursachen, warum KI-Modelle trotz beeindruckender Leistungen noch fehlerhafte oder verzerrte Ergebnisse liefern.
Auch der Vergleich zwischen menschlichem Gehirn und künstlicher Intelligenz sorgte für Staunen:
„Das menschliche Gehirn macht zwar nur 2 % der Körpermasse aus, verbraucht aber 20 % der Energie. Kein Wunder, dass ihr manchmal müde werdet im Unterricht!“, scherzte Henrici. Gleichzeitig verdeutlichte er, wie hoch der Energieverbrauch moderner KI-Systeme ist – weltweit bereits rund 415 TWh jährlich, mit weiter steigender Tendenz.
Nach dem theoretischen Teil erstellten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen oder allein ihren individuellen KI-Nachhilfelehrer. Dafür sollten sie zunächst persönliche Lerngewohnheiten, Interessen und Schwächen eingeben, um der KI ein möglichst genaues Bild ihres Lernstils zu vermitteln.
„Das ist wichtig“, betonte Henrici. „Sonst bleibt ihr ‚Flat-Prompter‘ und bekommt keine guten Ergebnisse. Je detaillierter, desto besser!“
Anschließend galt es, eigene Materialien aus dem Unterricht – Aufgabenstellungen, Lernzettel oder Fachinhalte – hochzuladen und gezielt zu „prompten“, was ChatGPT damit tun soll. Ob Lernpläne, Karteikarten, Multiple-Choice-Aufgaben oder vereinfachte Erklärungen – die Schülerinnen und Schüler arbeiteten konzentriert und mit viel Begeisterung an ihren Projekten. Die begleitenden Lehrerinnen Ilke Schräder-Moll, Jeannette Kountz-Reiter und Hanna Gegner unterstützten sie bei Bedarf und verfolgten interessiert, welche Ergebnisse die KI lieferte.

Das Projekt läuft noch bis Mitte Dezember und soll die Klasse bei der Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Abschlussprüfungen unterstützen. Am Ende ist eine Auswertung des Lernfortschritts mit ChatGPT geplant.
Die Resonanz auf den Projekttag war durchweg positiv:
„Ich fand es total hilfreich zu lernen, dass der Kontext vor dem eigentlichen Prompten so entscheidend ist“, erklärte Demir.
Sein Mitschüler John ergänzte: „Dass man die KI einfach alles fragen kann, finde ich super.“
Auch Leila zeigte sich begeistert: „Ich fand die Veranstaltung heute sehr informativ – einerseits zu sehen, was KI alles kann, aber auch, was noch nicht geht, wie das mit der Uhrzeit.“
Zum Abschluss bedankte sich die Klasse BFW2.1 mit einer selbstgestalteten Karte herzlich bei Matthias Henrici, der sichtlich gerührt war.
Das Team um Ilke Schräder-Moll möchte das Thema KI auch künftig weiter vertiefen. „Künstliche Intelligenz ist eine große Herausforderung, aber auch eine Chance für die Schulen“, betont sie. „Wir hoffen, die Schülerinnen und Schüler damit zusätzlich unterstützen zu können.“
Die Max-Weber-Schule bedankt sich herzlich bei Matthias Henrici für den spannenden und inspirierenden Workshop.






