Im Rahmen des Erasmus-Programms hatte ich vom 23. März bis zum 10. April 2026 die Möglichkeit, nach Ferrara (Italien) zu reisen. Während dieser Zeit absolvierte ich ein Praktikum bei Coperion und konnte gleichzeitig die Stadt sowie die Umgebung intensiv kennenlernen. Der Aufenthalt war für mich eine besonders wertvolle Erfahrung, da ich sowohl beruflich als auch persönlich viele neue Eindrücke sammeln konnte.
Bereits am 22. März, also einen Tag vor Beginn meines Praktikums, erkundete ich die Innenstadt von Ferrara. Dabei fiel mir sofort die ruhige und zugleich lebendige Atmosphäre der Stadt auf. Besonders beeindruckt hat mich das Castello Estense, das mitten in der Stadt liegt und von Wasser umgeben ist. Es vermittelte mir direkt ein Gefühl für die Geschichte der Stadt. Eine anschließende Bustour half mir, einen guten Überblick zu gewinnen und mich schnell zurechtzufinden.
Der Hauptgrund meines Aufenthalts war mein dreiwöchiges Praktikum bei Coperion Italien. Coperion ist ein international tätiges Unternehmen, das Maschinen und Anlagen für verschiedene Industrien herstellt. Besonders interessant für mich war, dass Coperion der Mutterkonzern meiner Firma Herbold Meckesheim ist. Dadurch konnte ich die
Zusammenhänge zwischen den Unternehmen besser nachvollziehen und hatte von Anfang an einen direkten Praxisbezug.
Während meines Praktikums lag mein Schwerpunkt insbesondere auf dem Finanzbereich. Ich erhielt umfassende Einblicke in die Finanzabteilung und konnte die dortigen Tätigkeiten sowie Abläufe kennenlernen. Dabei wurde mir vermittelt, wie wichtig genaue Kalkulationen und kontinuierliche Kontrolle für den wirtschaftlichen Erfolg von Projekten
sind.
In der ersten Woche erhielt ich zunächst einen umfassenden Überblick über das Unternehmen Coperion. Dabei setzte ich mich mit allgemeinen Informationen zur Firma auseinander, wie zum Beispiel dem Organigramm sowie verschiedenen Kennzahlen. Zusätzlich bekam ich eine Einführung in die Finanzabteilung, bei der mir sowohl die Aufgabenbereiche als auch die Zuständigkeiten der einzelnen Mitarbeiter nähergebracht wurden. So konnte ich verstehen, wer welche Tätigkeiten übernimmt und wie die Arbeitsabläufe strukturiert sind.
In der zweiten Woche lag der Fokus auf den Finanzverfahren des Unternehmens. Hier lernte ich verschiedene Prozesse kennen, darunter die Ausgangsrechnungsstellung sowie den Eingangsrechnungsprozess. Außerdem erhielt ich Einblicke in die Finanzflussverwaltung und das Management der Finanzströme. Weitere Themen waren die Kassenverwaltung und Rückerstattungen, kreditorische Rückabwicklungen sowie die Sperrung von Zahlungen. Dadurch konnte ich ein gutes Verständnis für die finanziellen Abläufe innerhalb des Unternehmens entwickeln.
In der dritten Woche beschäftigte ich mich intensiv mit der „Running Final Calculation“. Dabei konnte ich das zuvor erlernte Wissen praktisch anwenden, insbesondere im Zusammenhang mit dem Projekt „MIKA“. Hierbei wurde mir gezeigt, wie Projekte während der Umsetzung finanziell bewertet werden und welche Faktoren dabei berücksichtigt werden müssen.
Darüber hinaus stand ich während meines Aufenthalts regelmäßig im Austausch mit der Geschäftsführung sowie den Personalabteilungen und meiner Ausbilderin. An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich für die Unterstützung bedanken, die meinen Aufenthalt in Italien intensiv unterstützt haben. Alle Bereiche standen mir jederzeit für Fragen zur Verfügung und haben mich während der gesamten Zeit begleitet. Dieser enge Kontakt hat mir gezeigt, wie wichtig eine gute Kommunikation sowie gegenseitige Unterstützung innerhalb eines Unternehmens ist – insbesondere in einem
internationalen Umfeld. In diesem Sinne möchte ich mich herzlich bei allen Mitarbeitenden von Coperion Italien bedanken, die mich während meines Aufenthalts betreut und unterstützt haben.
Auch der allgemeine Arbeitsalltag war für mich sehr lehrreich. Ich konnte beobachten, wie Teams zusammenarbeiten, wie Prozesse strukturiert sind und wie Entscheidungen getroffen werden. Besonders interessant war die internationale Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Standorten, die einen wichtigen Bestandteil des Unternehmens darstellt. Die Kollegen waren sehr freundlich und hilfsbereit, wodurch ich mich schnell integriert fühlte.
Neben der Arbeit nutzte ich am Wochenende die Zeit, um Ferrara näher kennenzulernen. Ich verbrachte Zeit in der Innenstadt, ging einkaufen, erkundete kleine Straßen und genoss die italienische Küche. Sehr schön fand ich die vielen kleinen Läden, Cafés und die entspannte Atmosphäre der Stadt.
Ein kulturelles Highlight war der Besuch des Palazzo Schifanoia, wo ich beeindruckende Wandmalereien sehen konnte, die einen tiefen Einblick in die Kunst und Geschichte der Region geben. Der Kontrast zwischen der historischen Altstadt und modernen Einrichtungen hat mir besonders gut gefallen.
Ein weiteres Highlight war mein Aufenthalt an der Adriaküste in Lido Spina. Das Meer und die ruhige Umgebung boten einen perfekten Ausgleich zum Arbeitsalltag.
Zusätzlich unternahm ich einen Wochenendausflug nach Venedig. Die Stadt hat mich mit ihren Kanälen, Brücken und ihrer besonderen Architektur sehr beeindruckt. Auch der Besuch des Leonardo-da-Vinci-Museums war ein spannender Bestandteil dieses Ausflugs.
Rückblickend war mein Aufenthalt in Ferrara eine sehr prägende Erfahrung. Besonders die Kombination aus praktischen Einblicken in die Finanzabteilung, der Mitarbeit an einem realen Projekt (MIKA), den intensiven Trainingseinheiten sowie dem
internationalen Austausch hat diese Zeit für mich so wertvoll gemacht. Ich konnte meine fachlichen Kenntnisse erweitern, meine Selbstständigkeit stärken und viele neue Erfahrungen sammeln.
Insgesamt werde ich meinen Erasmus-Aufenthalt in Ferrara in sehr guter Erinnerung behalten, da ich sowohl fachlich als auch persönlich viel daraus mitnehmen konnte.
(Maylin Hetzer, W2KI)






